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EHEC: Aus für Bockshornklee-Arzneien


Behörden ziehen Präparate aus dem Verkehr


Bockshornkleesamen stecken nicht nur in Lebensmitteln. Auch in manchen Medikamenten verbergen sich die EHEC-verdächtigen Samen. Nachdem die EU ein Einfuhrverbot von Bockshornkleesamen aus Ägypten verhängt hat, nehmen deutsche Behörden nun auch bockshornkleehaltige Arzneimittel vom Markt. Das teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) letzten Freitag mit.

Bockshornkleesamen zerstoßen und als Tee

Die Samen des Bockshornklees helfen bei Magen-Darm-Beschwerden. Üblicherweise nimmt man sie mehrmals täglich zerkleinert mit Flüssigkeit ein. Auch als Haarpackung gegen Kopfschuppen haben sich zerstoßene Samen bewährt, da sie entzündungshemmend und rückfettend wirken. Einige dieser Bockshornklee-Präparate kommen aus Ägypten – also von dort, wo Experten die Ursache von EHEC verorten. Um eine mögliche EHEC-Infektion über Bockshornklee zu vermeiden, sollen jetzt alle Medikamente, die zwischen 2009 und 2011 aus Ägypten eingeführt wurden, vom Markt verschwinden.

Neben zerstoßenen Samen betrifft das vor allem auch Tees. Homöopathische Arzneimittel sind hingegen nicht davon betroffen. Diese enthielten so viel Alkohol, dass eine Verunreinigung mit EHEC unwahrscheinlich sei, erklärte ein Sprecher des BfArM gegenüber der „Ärzte Zeitung“.

Ersatz für Bockshornklee

Wer bisher Bockshornkleesamen gegen Magen-Darm-Beschwerden oder Schuppen nimmt, muss künftig nicht auf natürliche Medizin verzichten. Bei schuppiger Kopfhaut können Sie beispielsweise auf warme Olivenölpackungen zurückgreifen. Entzündungen bekämpfen etwa Tinkturen aus Teebaumöl, einer erhöhten Talgproduktion wirken Brennnessel-Extrakte entgegen. Bei Verstopfung haben sich Flohsamen aus Indien als wirksam erwiesen. Diese helfen auch bei Reizdarm oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.


11.07.2011 | Von: Redaktion apotheken.de; Dr. nat. med. Anke Kopacek


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